Konzept für die Drei- bis Sechsjährigen

Pädagogisches Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM

Die Tageseinrichtung SpielRAUM“ befindet sich zusammen mit dem Sitz des Trägers  Westfälisches Kinderdorf e.V. in Paderborn, Haterbusch 32.
Die zweigruppige Einrichtung für 45 Kinder, die die Gruppenformen I und III mit unterschiedlichen Stundenkontingenten vorhält, befindet sich in einem Wohngebiet am westlichen Stadtrand von Paderborn, das in ein Gewerbegebiet übergeht. Arbeitsplatzschaffende Firmen, Bürokomplexe und ein Teil der Stadtverwaltung befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Familien, die im Stadtteil wohnen oder arbeiten oder Familien die sich für das Konzept interessieren sind herzlich willkommen.

Die Tageseinrichtung „SpielRAUM“ ist ein pädagogisch gestalteter Ort für Kinder, der allgemein günstige Entwicklungsbedingungen für Körper, Geist und Seele schafft und hilft, Zuversicht, Lebenskraft und -freude, Ressourcen und Potentiale zu entwickeln, gezielt individuelle Begabungen, Interessen und Neigungen zu fördern und dabei den kulturell – ethnischen und familiären Hintergrund einzubinden.

Grundverständnis und Anspruch des Konzepts der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ werden von einem humanistisch – ganzheitlichen, überkonfessionellen Menschenbild und vom Bewusstsein getragen, dass es sich hier um die erste Stufe institutioneller Bildung und Erziehung handelt.

Aktions- und erlebnisreiches Spiel, Bildung und individuelle Förderung kindlicher Wesenskräfte, Inklusion und Integration, Sprachförderung und Vermittlung von Literatur, tagesstrukturierende Maßnahmen, Regeln und Rituale und eine soziale Atmosphäre, die sich an demokratischen Grundwerten wie Gleichberechtigung, Meinungs- und Wahlfreiheit, Gerechtigkeit, Respekt, Akzeptanz, Toleranz, Verantwortung und Solidarität orientiert, sind die Säulen des Konzepts.

Die Bildungsvereinbarung NRW geht von einem Bildungsbegriff aus, der nicht nur auf die Aneignung von Wissen, die Entwicklung und Förderung des sensorischen, motorischen, emotionalen, ästhetischen, kognitiven, sprachlichen und mathematischen Könnens, der sozialen und interkulturellen, der literarischen, musischen und ästhetischen Bildung und der naturwissenschaftlichen, technischen, ökologischen und medialen Bildung  abstellt, sondern auch die Entwicklung von Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Identität verfolgt.

Die Tageseinrichtung SpielRAUM ist seit 2020 „Kita plus“, befasst sich insbesondere mit Sprachförderung und befindet sich im Jahr 2021 auf dem Weg zur zertifizierten Literaturkita, da ein gezielter Umgang mit Sprache einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten kann.  Die Zusammenarbeit mit der städtischen Kinderbibliothek ist vertraglich festgehalten.

Durch ein solches Bildungsverständnis wird ein aktiver Beitrag zu chancengleicher Teilhabe in der Gesellschaft, unabhängig von Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft und zum Ausgleich individueller und sozialer Benachteiligungen geleistet.

Ziel der Bildungsarbeit ist es daher, die Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und in der Ausschöpfung ihrer Entwicklungspotenziale zu unterstützen.
Folgende Ziele der pädagogischen Arbeit in der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ sind in diesem Sinne wesentliche allgemeine Integrations-, Entwicklungs- und Bildungsaufgaben:

  • Ich- und Wir- Erleben in sozialer Gemeinschaft, Individualität, Wertschätzung , die Fähigkeit, sich ein- und unterzuordnen, sich durchzusetzen, Rücksicht zu nehmen, Verständnis zu üben, Hilfe zu leisten, Partei zu ergreifen, den Grundstock für ethisches Gespür und interkulturelles Verständnis zu legen, für einen respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren, die Fähigkeit zur gewaltfreien Problemlösung, Empathie und Achtsamkeit zu entwickeln,
  • Wahrnehmung („Schärfung der Sinne“), Denkoperationen (Analyse, Synthese, Vergleich, Verallgemeinerung, Konkretisierung), Phantasie und Vorstellung, Begriff(e), Sprache und Sprechen, Konzentration, Freude am Erkunden, Entdecken und „Begreifen“/Verstehen, Aufgabenhaltung/Erfolgsorientierung (Vertrauen, Zuversicht, Sicherheit, Beweglichkeit), Natur- und Tierliebe, Heimatverbundenheit,
  • Körperwahrnehmung, Körpergefühl, Annahme und Akzeptanz des eigenen Körpers, Freude an körperlicher Betätigung, Motorik, Koordination, Belastbarkeit, Ausdauer, nützliche Gewohnheiten (Selbstbedienung, Ernährung, Hygiene, Ordnung, Sauberkeit, Raumgestaltung), psychische Stabilisierung/Harmonisierung

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“:

  • ist pädagogisch inklusiv, insofern die Menschen/Kinder verschieden sind, sich verschieden ihre natürliche Gesellschaft erobern, sie verschieden wahr- und an ihr teil nehmen, die Kinder über verschiedene physische und psychische Voraussetzungen zur Aneignung und Bewältigung verfügen. Inklusion umfasst nicht nur die Teilhabe von Kindern mit (drohender) Behinderung sondern auch Kinder unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft.

Inklusion ist internationales Menschenrecht und die Ziele sind Teilhabe, Selbstbestimmung und die uneingeschränkte Gleichstellung.

Die Voraussetzung ist, dass jedes Kind wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Jedes Kind bringt unterschiedliche Erfahrungen und Prägungen aus Lebenswelt, Familie und sozialem Raum mit und die Aufgabe der Kindertageseinrichtung ist es, dass eine Umgebung geschaffen wird, in der das Kind seine Potentiale entfalten und sich individuell im eigenen Tempo entwickeln kann. Beobachtung, Reflexion und kollegiale Beratung, Austausch mit allen Beteiligten sind wichtig um die Entwicklung den Kindes einschätzen und  beurteilen zu können und sind Grundlage für die  Entwicklung von Förderplänen.   Arbeitsschwerpunkte sind der Blick auf eine angemessene Fürsorge, die Interessen und Stärken, die Schwächen und den Unterstützungsbedarf und die Begleitung und Förderung der entsprechenden Kinder. Diese Schwerpunkte werden halbjährlich reflektiert, neue Ziele besprochen und als Planung

fortgeschrieben.

Daraus erkennbare Barrieren aus räumlichen, personellen und strukturellen Behinderungen werden abgebaut.

Auch das soziale Miteinander der Kinder und die Chance sich gegenseitig wert zu schätzen, zu unterstützen und Patenschaften zu übernehmen wird positiv herausgefordert und verstärkt.

Um den Kindern eine partizipative Teilhabe zu ermöglichen sind zweckgebundene Spielbereiche oder Räume, eine pädagogisch sinnvolle und gendergerechte Vielfalt an Materialien, Angeboten und Projekten, sowie eine ritualisierte Tages- und Wochenstruktur zielführend.

In einer möglicherweise notwendigen „face to face – Betreuung“ werden Kinder individuell an das aktuelle Gruppengeschehen herangeführt und mit einbezogen.
Zusätzliche Personalkraftstunden nach der Personalvereinbarung NRW unterstützen den Prozess der Inklusion für Kinder mit (drohender) Behinderung.
Familien erhalten entsprechend ihrer Bedarfe Beratung und Unterstützung, bei der Inanspruchnahme von familienunterstützenden Diensten, Frühförderstellen, Beratungsstellen, Ärzten, Therapeuten, Allgemeiner Sozialer Dienst.

Für externe Förder- und Unterstützungsangebote ( Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie, Round-Table mit allen Beteiligten) stellt die Kindertageseinrichtung einen geeigneten Raum ( auch zur Entlastung der Eltern) zur Verfügung in dem der Datenschutz gewährleistet ist.

Die Unterschiede zwischen den Kindern werden als Ressourcen für das gemeinsame Spielen und Lernen genutzt und die kulturelle Aufgeschlossenheit wird gefördert. Auch Unterschiede in der Familienform (Regenbogen- oder Patchworkfamilien) wird als selbstverständlicher Teil menschlicher Vielfalt wahrgenommen und wert geschätzt.

Der Übergang von Kita zur Grundschule wird ein Jahr vor der Schulpflicht mit den Eltern angesprochen, bedarfsgerecht u.U. auf ein AOSF hingewiesen aber auch auf die Rechte der Eltern in der Entscheidung um den künftigen Lernort aufmerksam gemacht. Mit den Kindern wird ebenfalls an einem positiv gestalteten Übergang gearbeitet z.B. in dem sie selbstverständlich an der Vorschulgruppe teilnehmen, bei Kennenlern- Unterrichts- und Pausenbesuche mitmachen, an Stark-Werde-Projekten teilhaben.

Um die Qualität des Inklusionsanspruches zu evaluieren wird mit den Eltern jährlich und nach der gesamten Kindergartenzeit reflektiert.

  • ist ressourcen- und lösungsorientiert und wendet sich von der überholten pädagogischen Haltung einer Problemorientierung ab
  • ist projektbezogenes ganzheitliches Erfahrungslernen, baut auf Alltagsbeobachtungen auf und steht mit situativen oder persönlichen Anlässen in Einklang (z.B. „Geburtstag ist heut“, „ich bin ich – und du bist du“, „Tatütata – die Feuerwehr ist da“), gibt zielgerichtet Anregungen und schafft bewusst Möglichkeiten zur Selbsterfahrung der Kinder (z.B. Malen mit dem Fuß, Sprechen mit dem Körper) und inkludiert didaktisch geführte und methodisch gestaltete Lernprozesse,
  • denkt fächerübergreifend, kindbezogen und arbeitet multiprofessionell mit anderen Fachleuten eng zusammen,
  • schafft gute Bedingungen um Kommunikation herauszufordern und  Sprachentwicklung zu fördern und eine Sozialisation des Lesens zu ermöglichen.  Vorlesen, Puppenspiel, Bildbetrachtung, Theater  usw soll die Sprachentwicklung fördern;  Eltern, Großeltern oder Gäste können als Lesepaten mit einbezogen werden, insbesondere beim Vortragen von Geschichten und Büchern aus anderen Sprach- und Kulturbereichen.
  • bedeutet Methodenvielfalt und nutzt viele Elemente guter, bewährter Konzepte

Aufbau und Gebrauch des Spielgabensystems, Bewegungsspiele, Gartenarbeit und Tierpflege nach F. FRÖBEL, vorbereitete Umgebung, freie Wahl, Bewegungs-, Sinnes-, rhythmisch-musikalische Erziehung, Übungen, die das soziale Leben betreffen, nach M. MONTESSORI, ganzheitliche Erfahrung des Körpers, Entfaltung der Sinne wie Riechen, Fühlen, Schmecken, Hören und Sehen sowie das Üben des Gleichgewichts des Körpers nach H. KÜKELHAUS,

  • schafft und nutzt Rituale und Traditionen (Morgenkreis, Traumreisen, Mahlzeiten, Geburtstage, Feste und Feiern usw.), um das Gemeinschaftsgefühl und die Zugehörigkeit aller (Kinder, Erzieherinnen, Eltern ) zur Einrichtung zu entwickeln.

Höhepunkte im Ablauf eines jeden Kindergartenjahres sind Feste und Feiern (Geburtstage, Karneval, Laternenfest, Weihnachten), Theater- und Konzertaufführungen und -besuche, Besichtigungen und Ausflüge.

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ wird entscheidend vom Team der Pädagog*innen, ihrer konzeptuellen Bewusstheit, ihrer menschlichen Integrität und ihrer fachlichen Ambition und Souveränität getragen.
Ein Team aus sieben Pädagog*innen, davon sechs mit Fachkraftausbildung und eine Kinderpflegerin sorgen gleichsam für Kontinuität in der Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzeptes. Ein Platz für die praxisintegrierte Ausbildung wird in der Tageseinrichtung zusätzlich vorgehalten.

Der demokratische Erziehungsstil und die Autorität werden wesentlich durch Präsenz, Achtsamkeit, Fürsorge, Empathie, Grenzsetzung, Kommunikation, Kooperation, Netzwerk und Transparenz gelebt.

Die Pädagog*innen sind sich der Vorbild-/Beispielrolle bewusst, nehmen durchgängig eine  sprachförderliche Grundhaltung ein, praktizieren ein sprachförderndes Verhalten, indem sie natürliche Interaktionen im Kita-Alltag nutzen und gezielt intuitive Sprachlehrstrategien anwenden.

Zusatzausbildungen zur Sprachförderkraft,  zur Rhythmisch – musikalischen Frühförderpädagogin, zur Entspannungstrainerin, zur Kinderyoga-Anleiterin, zur Wald- und Naturpädagogin und zur Selbstbehauptungstrainerin werden im Betreuungsalltag hilfreich wirksam.

Die Kindertageseinrichtung hat sich mit den Frühförderstellen, den Grundschulen im Sozialraum, dem Bildungsbüro der Stadt, der Kinderbibliothek, der Feuerwehr und Polizei, den Erziehungsberatungsstellen, dem ASD und der Gesamtverwaltung des Vereins vernetzt.

Außerdem wird die Fachberatung des Paritätischen in Anspruch genommen, sowohl für die allgemeine Fachberatung und Qualitätsdiskussion als auch für die Fachberatung hinsichtlich Inklusion und Einzelintegration.

Das Spielen und Lernen der Kinder , das Verhalten und die Kommunikation werden stets beobachtet.  Das Ergebnis dieser Beobachtung wird in Form einer aussagekräftigen Bildungs-, Lern- und Entwicklungsgeschichte zusammen mit Fotos und Spiel- und Arbeitsergebnissen dokumentiert. Die Entwicklungsdokumentation und die begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung (BASiK) wird nicht nur schriftlich festgehalten sondern auch mit den Eltern besprochen.

Sichtbar für jedes Kind wachsen auf diese Weise die von den Pädagog*innen liebevoll festgehaltenen und zusammengestellten Dokumente seiner Entwicklung, Erlebnisse und Erfahrungen an und  erhalten in einer eigenen Mappe ihren festen Platz. Diese können sich die Kinder selbst oder zusammen mit den Pädagog*innen bzw. Eltern immer wieder anschauen. Am Ende der KiTA – Zeit haben die Dokumentationsmappen der Kinder einen respektablen Umfang und eignen sich für das Kind, seine Eltern und die ganze Familie als bleibende, gute Erinnerung.

Die Qualität wird mit dem Meßinstrument des Paritätischen PQ-Sys /KIQ  systematisch diskutiert, evaluiert und dokumentiert. Dazu arbeiten die Erzieher*innen in Kleinteams oder in der Gesamtgruppe im Wechsel zusammen.

Am Ende der KiTA – Zeit werden mittels standardisierter Kriterien/eines vorgegebenen Fragenkatalogs Interviews zur Zufriedenheit geführt. Kinder und Eltern werden hierzu einzeln oder/und in kleinen Gruppen befragt. Das pädagogische Team wertet die Rückmeldungen aus, nutzt sie zur Eigenreflexion und vor allem zur positiven Weiterentwicklung.

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ nutzt bewusst die Bildungsbereiche Medien, Literatur, Sprache(n), Musik, Bewegung, Yoga, Spielen und Gestalten,  Experimente und Forschen , Mathematik, Natur und Ökologie, sach- und kulturelle Umwelt(en).

Die Bildungsbereiche werden täglich, einstündig in Kleingruppe, in der Gruppe bzw. gruppenübergreifend angeboten.

Unter kindgemäß formulierten Themen („Von der Kartoffel zum Reibeplätzchen““, „Die kleine Raupe Nimmersatt“,  „Eierlegende Dinosaurier“,  „Der Herbst ist da“)   werden die bereichsspezifischen Themen über verschiedene Zeiträume projektbezogen und ganzheitlich erarbeitet. An  Auswahl und Gestaltung sind die Kinder aktiv beteiligt.

Viele verschiedene Tätigkeiten (die Natur beobachten, pflanzen, säen, ernten, kochen, backen, malen, formen, singen, tanzen, filzen, töpfern u.v.a.m.) bieten sich an; eins ergibt sich aus dem anderen; immer wieder etwas Neues; für jeden etwas.

So können von den Kindern ganzheitlich Erfahrungen gesammelt, spielerisch Wissen erworben, Fähigkeiten, Fertigkeiten entwickelt und selbstständig angewandt werden.

Da insbesondere die Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung einer Vorfreude weckenden Vorbereitung auf einen gelingenden Übergang zur Grundschule bedürfen, erarbeiten sie  in kleinen Gruppen Bereiche und Themen wie Farben und Formen, Mengen und Zahlen und Raum – Lage – Beziehungen. Zur Förderung der phonologischen Bewusstheit erarbeiten sie das Programm „Hören, Lauschen, Lernen“, zur Stärkung des Selbstbewusstseins das interkulturelle Programm „Ich kann Probleme lösen“ und nähern sich sachkundlichen Themen, an deren Auswahl sie aktiv und partizipatorisch beteiligt sind.

Die Vorbereitung auf das schulische Lernen wird durch die Kontextbedingungen (didaktisch – methodische Führung, Raum, Zeit, soziale/r Anforderungen/Umgang) unterstützt.

Damit sollen die Freude auf die Schule gestärkt, notwendige Voraussetzungen, was Wissen, Können und Sozialverhalten anbelangt, gesichert werden.
Eine besondere Rolle spielt dabei die alltagsintegrierte Sprachförderung.

Als zusätzliche Förderangebote mit Projektcharakter werden abwechselnd angeboten:

  • Sprachförderung „Wörterwerkstatt“
  • Musikalisch – rhythmische Förderung
  • Bilderbuch- Kamishibai- und Vorlese-Tage
  • Wald- und Wiesen – Tage
  • Schach
  • Entspannung durch Klang und Traumreisen
  • „Kleine Forscher“- Projekte
  • Selbstbehauptungs- und Konflikttraining
  • Yoga
  • Kreativprojekte wie Filzen, Malen nach Musik, Legebilder nach Franz Kett usw.

Die zusätzlichen Förderangebote/-projekte werden ( außer in Corona-Zeiten)  grundsätzlich gruppenübergreifend in Kleingruppenarbeit organisiert/realisiert.

In der Kindertageseinrichtung wird täglich ein Literatur-Angebot vorgehalten. Kinder werden mit schöner Sprache konfrontiert, mit Reimen, Gedichten – sie lernen auch selbst hin und wieder auswendig, sie können Bücher ausleihen, (Eltern ebenfalls, auch Fachliteratur) und täglich werden den Kindern Geschichten vorgelesen. Die Kinder werden grundsätzlich aktiv in das Lesen einbezogen, z.B. durch gezielte Fragestellungen, Anregungen, Mit-Tun.                                                                                                  
Bei der Auswahl von Büchern sind die Kinder demokratisch beteiligt. Sie dürfen gern geliebte Bücher oder Hörspiele von daheim mitbringen und im Kindergarten vorstellen. Die Kinder  nähern sich der Literatur auch mittels Klanggeschichten, Bilderbuchgestaltung, Theaterstück, Rollenspiel u.A.

Zum Wohle der Kinder besteht für die Tageseinrichtung „SpielRAUM“ ein Schutzkonzept.
Im Rahmen der Kinderrechtskonvention besteht ein deutliches Bewusstsein für die Rechte der Kinder.

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ baut bewusst auf eine partizipatorische Grundhaltung und nutzt/organisiert partizipatorische Methoden.

Partizipation als konstitutives Merkmal einer demokratischen Gesellschaftsform stellt einen hohen moralischen Wert dar und ist damit auch unverzichtbar und selbstverständlich in der Gemeinschaft der Kinder.

Beteiligung ist eine verpflichtende Aufgabe in den §§ 8, 9, 11 und 36 des SGB VIII sowie in dem § 12 der UN – Kinderrechtskonvention.

Partizipation wirkt als pädagogisch initiierter Zweck im Sinne einer Selbstverwirklichung durch Beteiligung und einer Befähigung zu selbstverantwortlicher und selbstständiger Lebensbewältigung: in Beziehung gehen, an der eigenen Problemlösung aktiv und kompetent mitwirken, in Netzwerken agieren, eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, der Neugier und der Wertschätzung bisheriger Handlungs- und Lebensstrategien einnehmen.

In der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ geschieht dies im Rahmen der Möglichkeiten der Kinder, ihres Mitwirken – Wollens, ihrer Kompetenzen, Fähigkeiten und ihres kognitiven Entwicklungsvermögens/-standes und unter Berücksichtigung/in Anwendung der Kategorien der Partizipation (Information und Transparenz, Mitsprache und Mitbestimmung, Mitwirkung und Selbstbestimmung). Die Kinder können von überschaubaren Zeitabschnitten erzählen, es werden Aktivitäten in der Gruppe geplant, Spielvorhaben und -wünsche, Gruppenregeln entwickelt und Stimmungslagen besprochen. Die Erzieher und Erzieherinnen führen und unterstützen gefühlvoll den Prozess des Reden lernens, in dem sie alle, auch schüchterne Kinder zu Wort kommen lassen. Auch das genaue Hinhören wird in dem Zusammenhang eingeübt.

In kleinen Gesprächskreisen werden zudem explizite Themen der Mitwirkung/Beteiligung und Beschwerde erörtert (Auswahl der Spiele, Projekte, Ausflüge, Exkursionen, Gestaltung der Dienste und Ämter, der alltägliche Rituale, Feste und Feiern, Auswahl von Büchern, die Ausstattung mit Material, Feedback – Formen) erprobt und angewandt.

Die Kinder erleben in der Art der Beteiligung dass sie wirksam sind, dass Abstimmungsprozesse zur transparenten Entscheidungsfindung beitragen und dass Entscheidungen und Handlungen Folgen haben.

Bei den alltäglichen Gestaltungsprozessen partizipieren die Kinder sozial auch derart, dass sie auftretende Konflikte direkt ansprechen und Beschwerden sofort los werden können.

Bei Streitigkeiten und Konflikten wird jedes beteiligte Kind angehört, seine Wahrnehmung und Sichtweise ernst genommen und die pädagogische Intervention/ Lösung kindgemäß erklärt/verständlich gemacht.

Da elterliche und institutionelle Erziehung zeitgleich wirken, ist koordiniertes, synchronisiertes Zusammenspiel sinnvoll und positiv verstärkend. Gegenläufige oder/und widersprüchliche Grundhaltungen stören die emotionale Befindlichkeit aller Beteiligten und stellen ein unnötiges Erschwernis und Hemmnis der kindlichen Entwicklung dar.  Allen Eltern wird mit Respekt für Familiengeschichte, ethnischer, kultureller und sozialer Herkunft begegnet.

Der Elternbeirat ist das wichtige Bindeglied zwischen Eltern, Erzieherinnen/Team und Träger. Der Rat der Tageseinrichtung trifft sich drei Mal jährlich. Dort werden wichtige Informationen ausgetauscht, Entscheidungen beraten und Konflikte und Beschwerden offen angesprochen, angenommen und konstruktiv gelöst. Die Eltern erhalten bereits bei der Aufnahme des Kindes ein Merkblatt, wie sie vorgehen können, wenn sie sich beschweren möchten.

Vielfältige Formen der Elternmitwirkung erzeugen gegenseitiges Verständnis, vermitteln genauere Kenntnis unterschiedlicher Bedingungen, Potentiale und verbinden sich in gemeinsamer Absicht. Das beginnt bereits vor Aufnahme des Kindes.
Die Eltern lernen die Einrichtung kennen, werden in den Betreuungsvertrag, das Konzept  und die Organisation des KiTa – Alltages eingeführt. Ihre Erwartungen an den Kindergarten werden aufgenommen und die Umsetzbarkeit besprochen.
Bei persönlichen Besuchen mit dem Kind in der Einrichtung bekommen die Eltern einen ersten Eindruck, Kind und Eltern/teil üben das „Loslassen“. Die Eingewöhnung gelingt schrittweise mit immer mehr Sicherheit für die Eltern und das Kind.

Thematische Elternabende vermitteln Wissen zu Erziehungs-/Entwicklungsfragen (Verkehrserziehung, Medienkompetenz) und haben die Stärkung der Erziehungsfähigkeit zum Ziel.

Bei der Durchführung traditionsreicher Feste und Feiern bieten die Eltern ihre Unterstützung an oder übernehmen selbständig Aufgaben. Die Elternvertretung spielt bei der Planung und Organisation besonderer Aktivitäten und Veranstaltungen eine herausragende Rolle.

Idealtypisch ist die Elternvertretung im Sinne des Konzepts die organisatorische und fachliche Vorhut der Elternschaft bzw. das Bindeglied zwischen Einrichtung und Elternschaft.

Neben den häufigen Tür- und Angel – Gesprächen , Telefonkontakten bei Bedarf, der Übersendung von Notizen/ E-Mails  bei besonderen Anlässen gehören terminierte intensive Einzel- gespräche von Pädagog*innen und Eltern zu Erziehung und Entwicklung und explizite Erziehungsberatung (im Gesprächen bzw. in gesonderten Kursen Triple P, Starke Eltern, starke Kinder) zum festen Programm.

Aktuelle Informationen erhalten die Eltern über die Pinnwand in der Gruppe (Wochen-, Speiseplan, pädagogisches Frühstück, Termine). Über interessante Angebote für Eltern und Familien im Stadtgebiet und in der näheren Umgebung wird durch das Auslegen von Informationsflyern oder -broschüren informiert.

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ nutzt/schafft bewusst einen strukturierter Tagesablauf :

  • „Willkommen und Abschied“ (Morgenkreis, Kinderkonferenz und Tagesrückblick),
  • gemeinsame Mahlzeiten (Frühstück,Mittagessen, Vesper)
  • Spiel-/Beschäftigungs-/Projektzeit,
  • Zeit für individuelle Begegnung, für individuelle Interessen-orientierte Beschäftigung, für „freies Spiel“
  • Mittagsruhe/-schlaf /  Meditation  / Entspannung.

In Verbindung mit festen Bringe- und Abholzeiten schafft die Tagesstruktur Ruhe, vermittelt Sicherheit, unterstützt die Entwicklung, gewohnheitsmäßigen Handelns, „entlastet“ die Kinder, erleichtert Anpassung und ermöglicht Flexibilität im anforderungs-/aufgabenbezogenen Denken und Handeln.

Die Tageseinrichtung ist Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr geöffnet.
Im Tagesverlauf nehmen die Kinder drei Mahlzeiten ein, davon eine warme Mittagsmahlzeit. Das Mittagsessen wird in Abhängigkeit vom Alter, den Bedürfnissen und der Fähigkeit der Kinder serviert, aufgelegt oder in Form eines Buffets angerichtet. Die Erzieherinnen helfen, unterstützen, leiten an und beraten bei Auswahl und Menge. Die Kinder genießen in kleinen Tisch-Gruppen das gemeinsame Essen. Ein Tischspruch zu Beginn, schönes Porzellangeschirr, Gläser und Besteck, Servietten, ein hübsch dekorierter Tisch schaffen eine genussvolle Atmosphäre.

Nach einem kurzen Körperpflegeritual (Zähneputzen, Hände waschen, Mund abwischen) werden die U3 Kinder in den Schlafraum, die anderen Kinder in die Ruhebereiche geführt. Die über 3 jährigen Kinder nehmen ihr Kuscheltier mit in den Raum, finden ihre Liege vor und bekommen von den Erzieherinnen eine Entspannungsgeschichte vorgelesen oder eine Traumreise erzählt, sodass sie tatsächlich zur Ruhe kommen können.
Die ca. einstündige Schlaf- bzw. Ruhepause ist unabhängig vom Ort von einer Erzieherin „bewacht“ bzw. wird von ihr gestaltetet. 4 bis 6jährige Kinder wählen die Vorlesebücher für die  Ruhezeit unter demokratischen Spielregeln selbst aus.

Das Konzept der Tageseinrichtung „SpielRAUM“ schafft/ nutzt bewusst die räumliche und sächliche Ausstattung.

Anzahl und Gestaltung der Innen- und Außenräume bieten:

  • den Kindern die Möglichkeit, mit allen anderen zusammen zu sein, ohne bedrückende Enge zu empfinden, aber auch mit sich oder mit einigen Kindern der Gruppe allein sein, mal ganz „in Ruhe“ und ungestört etwas machen zu können und
  • den Erzieherinnen gleichzeitig gute Möglichkeiten, sich mit Angeboten an die ganze Gruppe zu wenden, differenziert in kleinen Gruppen oder mit einzelnen Kindern zu arbeiten, die Witterungs- und Lichtverhältnisse und die Potenzen der vorbereiteten Umgebung ohne unverträglichen Mehraufwand optimal zu nutzen.

Alle Kinder können sich frei, d.h. ohne Beschränkung durch ihre Möglichkeiten und sicher in der Einrichtung bewegen.

Neben den kindgerecht ansprechenden Gruppen- und Nebenräumen, einem Schlaf- und einem Differenzierungraum für die U3 Kinder und den Toiletten-, Sanitärbereichen im Erd- und Obergeschoss bietet das Haus am Haterbusch im Unter- und zweiten Obergeschoss weitere Funktionsräume : ein großer Turn- und Toberaum, eine zweckmäßig ausgestattete Küche, ein Mehrzweckraum, der teils für Musik und Kleingruppenangebote und teils zum Ruhen und Träumen genutzt wird, sowie ein weiterer Gruppennebenraum in dem auch unsere Kinderbibliothek untergebracht ist.

Im Außenbereich, einem hügeligen Geländegarten, mit Spielgeräten, einem Kriech- und Weidentunnel, einem Bereich für Rollenspiel, einem großen Sandspielbereich und Blumen- und Kräuterbeeten können die Kinder Natur erleben, pflanzen, pflegen, ernten und immer, wenn es das Wetter zulässt, im Freien spielen, Mahlzeiten einnehmen oder einfach in stille Betrachtung versinken.

Innen und außen gibt es genügend Raum, viele verschiedene „Bestimmungen“ (Sinngebungen), die zu unterschiedlichen Beschäftigungen mit anderen, sich selbst, verschiedenen Materialien und Gegenständen einladen, die verschiedenen Sinne „reizen“ und Spielideen stiften, Interessen, Neigungen und Begabungen ansprechen.

Weitere geeignete Räume im Obergeschoss können von der Tageseinrichtung für die projektbezogene Beschäftigung/Förderung der Kinder und zu Besprechungs-, Beratungs- und Veranstaltungszwecken von PädagogInnen und Eltern mitgenutzt werden.

Monatlich stattfindende Gesamtteam-Besprechungen, wöchentliche Kleinteam-Besprechungen auf Gruppenebene, regelmäßige Gruppenleiterbesprechungen oder Arbeitsgruppen (Inklusion, Konzepterweiterung usw.)  innerhalb des Teams finden in den Räumen des 2.Obergeschosses statt.

Hinsichtlich des Datenschutzes haben sich der Träger und Mitarbeiter*innen auseinander gesetzt. Aufbewahrungsfristen  werden nach gesetzlicher Vorgabe beachtet, die persönlichen Daten der Kinder und Familien werden sorgsam behandelt, in verschließbaren Schränken verwahrt und vernichtet, wenn es die gesetzlichen Vorgaben gebieten. Protokolle über Entwicklungsgespräche werden zum Schluss der Kindergartenzeit an die Eltern übergeben oder vernichtet. Für den Verein „Westfälisches Kinderdorf“ gibt es interne und externe Datenschutzbeauftragte.


Urheberrechtshinweis:

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